2.1 Grundhaltungen

2.1.1      Wie sehen erleben, begegnen wir Kindern? Wie handeln wir?

Kinder gestalten ihre Bildung und Entwicklung von Geburt an aktiv mit und übernehmen dabei entwicklungsangemessen Verantwortung, denn der Mensch ist auf Selbstbestimmung und Selbsttätigkeit hin angelegt. Bereits sehr kleine Kinder sind eher aktive Mitgestalter ihres Verstehens als passive Teilhaber an Umweltereignissen und können ihre Bedürfnisse äußern. Sie wollen von sich aus lernen, ihre Neugierde und ihr Erkundungs- und Forscherdrang sind der Beweis. Sie lernen mit Begeisterung und mit bemerkenswerter Leichtigkeit und Geschwindigkeit. Ihr Lerneifer, ihr Wissensdurst und ihre Lernfähigkeit sind groß.

Wir sehen das Kind als Kind mit seiner Individualität und als Persönlichkeit mit seinen Stärken, Schwächen und Eigenarten. Wir haben große Achtung vor der Einzigartigkeit des Kindes, es so anzunehmen wie es ist, damit sich dieses bestmöglich entfalten und entwickeln kann.

Den Kindern wird es so ermöglicht, sich als selbständige Persönlichkeit zu erleben. Erfolgserlebnisse fördern das Selbstvertrauen der Kinder, deshalb versuchen wir grundsätzlich die Kinder bei kleinen Aufgaben und Arbeiten zu bestärken.

2.1.2      Beteiligung von Kindern

Im Bayrischen Bildungs- und Erziehungsplan wird zur Mitwirkung der Kinder am Bildungs- und Einrichtungsgeschehen hingewiesen.

„Kinder haben das Recht, an alle sie betreffenden Entscheidungen entsprechend ihrem Entwicklungsstand beteiligt zu werden.... Beteiligung bedeutet Partizipation im Sinne von Mitwirkung, Mitgestaltung und Mitbestimmung.“

Eine kindgerechte Beteiligung hat einen hohen Stellenwert in unserem Kindergarten, und dabei orientieren wir uns an den Bedürfnissen der Kinder und geben ihnen das Gefühl „wir sind wichtig – wir können Beschlüsse fassen.“ Deswegen haben wir die Kinderkonferenz eingeführt, in der Kinder gemeinsam über Bevorstehendes Entscheidungen treffen können.

Außerdem unterstützen wir durch angemessene Freiräume, das „selbständige Handeln“ der Kinder (Besuch in anderer Gruppe, Turnraumbenutzung in Freispielzeit, Spielecke Flur etc)

2.1.3      Umgang mit Konflikten

Auftretende Konflikte werden ernst genommen und als notwendiger Bestandteil des Miteinanders in der Gruppe gesehen.

Wir unterstützen die Kinder, ihre Konflikte verbal und fair auszutragen statt sie zu verdrängen. In jeder sozialen Gemeinschaft ist eine Auseinandersetzung – mit mir selbst und mit den Bedürfnissen, Gefühlen und Interessen anderer - nötig. Deshalb wollen wir den Kindern helfen den Grund ihres Konflikts bewusst zu machen, sie bei der Konfliktbewältigung begleiten, nicht allein zu lassen, aber auch nicht sofort einzugreifen.

Es ist wichtig, dass die Kinder lernen ihre Streitigkeiten größtenteils alleine auszutragen, denn nur so entwickeln sie gleichwertigere und gerechtere Beziehungen untereinander. Hat ein Kind gelernt, eigenverantwortlich Konflikte zu lösen, wird es unabhängiger von Erwachsenen und von Scheinlösungen.