2.2 Basiskompetenzen

2.2.1      Personale Kompetenz

Für die gesunde Entwicklung eines jeden Menschen, insbesondere für Kinder ist es wichtig, dass sie sich bedeutungsvoll und geachtet erleben (z.B. der Gruppe fällt auf, wenn ein Kind fehlt!). Deshalb sind wir bestrebt, das Selbstwertgefühl der Kinder zu stärken und zu fördern.

Sie sollen erfahren, dass Wertschätzungen nicht an Bedingungen geknüpft sind, z.B. „du bist mein Freund wenn du ... für mich tust!“ (Selbstwahrnehmung).

Jedes Kind darf stolz auf seine eigenen Leistungen sein. Sie sollen für sich selbst erkennen: „Das habe ich gut gutgemacht!“

Wir regen die Kinder dazu an sich auch Aufgaben zu stellen, die sie herausfordern, aber nicht überfordern. So gehört es für uns dazu, dass wir den Kindern im Konfliktfall od. bei Problemen nicht automatisch, eine Lösung vorwegnehmen, sondern beobachten das Kind bzw. inspirieren es eigene Ideen, Lösungsvorschläge einzubringen (Motivationale Kompetenz). Das können für uns einfache, für Kinder jedoch scheinbar unüberwindbare Hindernisse sein, z.B. „was mache ich, wenn meine Lieblingstasse nicht mehr im Schrank steht?“

Die Kinder erfahren durch eigenständiges Tun, ausprobieren, ob etwas gut oder weniger gut gelingt. Z.B. das Kind gießt sich selbstständig ein Glas Wasser ein, es läuft über! Somit lernt es aus eigenen Fehlern zu lernen!

Durch verschiedene Spiele in der Gruppe soll die Wahrnehmung der Kinder geschult werden, z.B. Tastspiele, beschreiben, wie sieht etwas aus, Stilleübungen.

Geschichten nacherzählen, Memory spielen ... sind gute Übungen zum Training des Gedächtnisses. Des Weiteren ermutigen wir die Kinder im musischen, sprachlichen Bereich eigene kreative Ideen zu entwickeln, z.B. kleine Geschichten erfinden, Rollenspiele umsetzen (Kognitive Kompetenz).

Für eine gute körperliche Entwicklung, ist Hygiene und gesunde Ernährung von großer Bedeutung (Physische Kompetenz).

Deshalb achten wir auf eine gesunde Ernährung z.B. in dem wir regelmäßig gemeinsam eine ausgewogene Brotzeit zubereiten, nach dem Mittagessen die Zähne putzen.

Um den Kindern die Möglichkeit zu geben, ihren Bewegungsdrang auszuleben, dürfen sie z.B. während der Freispielzeit „zum austoben“ in den Turnraum, wöchentliche Turnstunden.

Bei gutem Wetter wird der Garten sehr gerne in Anspruch genommen

2.2.2      Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext

2.2.2.1  LEBEN IN DER GRUPPE

„Unsere“ Kinder spielen, entdecken, gestalten, arbeiten, leben mit anderen Kindern zusammen in einer Gruppe; so werden sie zu eigenverantwortlichem sozialem Verhalten ermutigt und lernen aufeinander Rücksicht zu nehmen und sich gegenseitig zu helfen.

Kinder brauchen Kinder, um soziales Verhalten, wie nachgeben und sich behaupten, sich streiten und versöhnen, sich durchsetzen und unterordnen zu lernen.

Besonders im Hinblick auf das „soziale Lernen“ bereichern die individuellen Besonderheiten der einzelnen Kinder das alltägliche Leben in der Gruppe. Das ältere Kind wird beispielsweise zur Hilfe und Rücksichtnahme auf jüngere und schwächere Kinder herausgefordert. Das jüngere Kind findet Vorbilder erfolgreichen und bestätigten Handelns und ahmt diese nach. Es wächst in die Gruppe hinein, bis es sich selbst nach einiger Zeit in Rolle des „Großen“ wieder findet.

Da die Kommunikationfähigkeit eine der wichtigsten Kompetenzen in unserem Leben ist, ist es uns wichtig den Kindern viele Gelegenheiten für Gespräche zu bieten (Morgenkreis, Stuhlkreis, Kinderkonferenz, Bilderbuchbetrachtung).

Das Zusammenleben in der Gruppe verläuft jedoch nicht nur harmonisch. Die Kinder müssen lernen Gefühl und Bedürfnisse anderer wahrzunehmen und darauf einzugehen, mit anderen Kindern in der Gruppe zu spielen, zu lernen und zu arbeiten.

Die Kinder lernen Gesprächsregeln einzuhalten wie z.B.

Symbolkärtchen „Sprechstein“, Sandulo bzw. Erzählkugel zur Redezeitbegrenzung sollen uns dabei helfen (Soziale Kompetenz).

Wir sind der Auffassung, dass eine gute Kommunikation eine Grundlegende Voraussetzung bei der Konfliktbewältigung ist. Während des Kigaalltages bieten sich immer wieder Möglichkeiten versch. Konfliktlösetechniken auszuprobieren.

Wir wollen die Kinder ermutigen, eine eigene Meinung zu äußern und auch die Meinung anderer zu akzeptieren. Ebenso liegt uns daran die Kinder in versch. Entscheidungen einzubeziehen. So führen wir z.B. Abstimmungen bei der Auswahl unserer fortlaufenden Morgengeschichten durch (Fähigkeit und Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe). Wir bieten den Kindern die Möglichkeit durch regelmäßige Mitsprache bei der Planung und Ausgestaltung von versch. Aktivitäten mitzuwirken (Faschingsausgestaltung, Oma-Opa-Nachmittag ...). Dabei lernen die Kinder auch Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen.

Ebenso sind wir bestrebt die Kinder zu fördern Verantwortung für andere zu übernehmen, sich für Schwächere und Benachteiligte einzusetzen (Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme).

Wir sind bemüht durch das Vorleben und das Auseinandersetzen mit sozialen und christlichen Werten den Kindern deutlich zumachen, welche Auswirkungen das auf ihr eigenes Handeln hat (Orientierungskompetenz).

Jedes Kind darf sich als einzigartiges Individuum wissen und soll lernen dies auch allen anderen zuzugestehen.

Unser Wunsch wäre es, wenn daraus ein echtes Gefühl der Nächstenliebe bei den Kindern entsteht.

2.2.3      Widerstandsfähigkeit (Resilienz)

Resilienz meint die Fähigkeit mit Belastungs- und Stresssituationen erfolgreich umzugehen.

Ein gutes Selbstwertgefühl ist die beste Voraussetzung, um das Leben zu meistern. Ein Kind, das seinen eigenen Wert kennt und davon überzeugt ist, wertvoll zu sein, ist weniger auf äußere Anerkennung angewiesen. Es traut sich zu, Konflikte zu bewältigen, seine Meinung frei zu äußern und „Nein“ zu sagen, wenn es „Nein“ meint. Deshalb muss es die Erfahrung machen, dass es geliebt wird, einfach nur, weil es da ist, und nicht um seiner Leistungen und Fähigkeiten wegen. Es kennt seine Stärken und Schwächen und lernt damit umzugehen. Abwertende Kritik wird vermieden. Ein Kind, das sich angenommen fühlt, kann auch andere annehmen. Und geliebte Kinder werden liebende Kinder.

Wir geben den Kindern auch Gelegenheit, ihre Gefühle erleben, ausdrücken und ausleben zu können. Erwachsene sollen (und können) nicht abschätzen, wie schlimm eine Situation für das Kind ist. Sie dürfen nicht bewerten oder ablenken, sondern müssen akzeptieren und begleiten. Ein Kind darf den Glauben an die Berechtigung seiner Gefühle nie verlieren.

„Unseren“ Kindern werden so viele Freiräume wie möglich geschaffen und so viele Grenzen wie nötig gesetzt, damit sie sich entwickeln können.

Regeln bieten Stabilität, Orientierung und Sicherheit.

Ein wichtiger Bestandteil um die Resilienz der Kinder zu fördern ist auch das Freispiel. Freispiel bedeutet, dass die eigene Motivation im Spiel umgesetzt wird.

2.2.4      Lernmethodische Kompetenz

Kinder lernen schon von Geburt an, ohne dies als bewusstes lernen wahrzunehmen.

Sie lernen, indem sie TUN, Dinge auszuprobieren und somit ihre Erfahrungen sammeln.

Vorschulische Lernprozesse sind so zu organisieren, dass Kinder bewusst erleben und mit anderen reflektieren, dass sie lernen, was sie lernen, und wie sie es gelernt haben (prozesshaftes Lernen).

Bei uns im Kindergarten wollen wir auf die ersten Lernerfahrungen der Kinder aufbauen und sie erleben lassen, dass Lernen mehr ist als nur etwas tun. Sie sollen erkennen, dass sie selbst darauf Einfluss nehmen können und dass beim Lernen Wissen erworben wird.

Wir wollen die Kinder darin unterstützen, in dem wir sie zur Selbstständigkeit und Selbstentdecken anregen.

(Nur) durch eigenständiges Handeln, lernen die Kinder wie viel Wasser in ein Glas passt, ohne das es überläuft.

z.B. dass selbst kleinste Basteleien auch ohne Schablone gut erkennbar sind.

Wir sind bemüht, die Kinder anhand von Lernaufgaben zum Nachdenken anzuregen, ohne ihnen die Lösung vorwegzunehmen. Ebenso sollen die Kinder erkennen (erfahren), dass auch sie in Konfliktsituationen Lösungsstrategien finden und auch umsetzen können, ohne dass ein Erwachsener (Erzieher) sie vorgibt.

Sie sollen die Fähigkeit erwerben, zu sortieren, sich für etwas zu entscheiden und auszuwählen, z.B. nicht alle basteln immer das Gleiche.